Kammerorchester Esslingen

 

 

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Die Oper entfaltet ihren Zauber

Kammerorchester präsentiert in einem Konzert im Blarer-Gemeindehaus die schönsten Arien und Ouvertüre

Von Anne Weiss

Wer seinem Publikum „die schönsten Arien und Ouvertüren“ aus italienischen Opern verspricht und sein Programm dazu noch „Zauber der Oper“ nennt, setzt die Messlatte sehr hoch an. Um es gleich vorwegzunehmen: Beim Konzert im voll besetzten Gemeindehaus am Blarerplatz hat das Kammerorchester Esslingen dieses Versprechen eingelöst. Mit großem Applaus - am Ende noch lange stehend - haben sich die Zuhörer für die beeindruckende musikalische Darbietung und diesen insgesamt gelungenen Abend bedankt.Dem klug geplanten Programmablauf mit viel Abwechslung und geschickt aufeinander aufbauenden Höhepunkten ist es zu verdanken, dass auch das kritische Publikum erste Anlaufschwierigkeiten und einige nicht ganz perfekte Bläseransätze rasch vergessen hat. 

Mit sicherem wie präzisem Dirigat hat Caterina Centofante das Orchester auch über schwierige Passagen geführt und damit ihr eigenes Talent unter Beweis gestellt. Gerade bei den Gesangs-Solopartien muss sich ein Orchester geschmeidig auf die Sänger einlassen - ein Zusammenspiel, das nur mit sensibler Führung gelingen kann.Caterina Centofante, die an der Musikhochschule in Stuttgart in der Ausbildung der angehenden Dirigenten mitarbeitet, hat vor zwei Jahren die Leitung des Esslinger Kammerorchesters übernommen und die Musiker ganz auf sich eingestimmt. Mit exakt platzierten Pizzikati, präzisen Tempiwechseln und einer bemerkenswerten Dynamik begleitete das engagiert spielende Orchester die beiden Opernsänger Anna Escala und Jung-Bo Hahm.

Enorme Bandbreite der Stimmen 

Diese beeindruckten mit der enormen Bandbreite ihrer Stimmen und mit einem souveränen und lebendigen Vortrag, wie er nur auf der Opernbühne zu hören ist. Mühelos leicht und mit klarer, kräftiger Stimme sang sich die aus Barcelona stammende Sopranistin Anna Escala in schwindelnde Höhen und interpretierte gleichzeitig ihre jeweilige Rolle souverän. Zusammen mit dem aus Korea stammenden Bariton Jung-Bo Hahm machte sie dem Begriff Singspiel alle Ehre. So brauch-te es auch keine große Kulisse und keine üppigen Gewänder, als die beiden als Norina und Dottore aus Donizettis Don Pasquale oder als Figaro und Rosina aus Rossinis Barbiere di Siviglia auftraten - Anna Escala und Jung-Bo Hahm füllten mit kokettem Spiel und mit ihrem imposanten und innigen Gesang die Szenerie. Verblüffend auch, wie Jung-Bo Hahm seine weiche Baritonstimme modulierte, ihr immer wieder auch eine ironische Note verlieh und seine Solopartien mit Bravour meisterte.

Von beiden Stimmen hätte man manchmal gerne etwas mehr gehört. Hier erwies sich die ansonsten so gute Akustik im Gemeindehaus am Blarerplatz als störend. Bei Fortissimostellen überlagerten die Bläser und Streicher die beiden Sänger. Mehr gab es dafür zum Schluss für das Publikum, das mit heftigem Applaus noch einmal die Wiederholung des Duetts von Norina und Dottore aus Don Pasquale einforderte und sich für den Abend freudig klatschend bedankte

As der Esslinger Zeitung vom 13. März 2008